Sparkonten liegen zwischen Girokonto und langfristiger Anlage. Sie sind nominell sicher (Einlagenschutz bis CHF 100'000 in der Schweiz, EUR 100'000 je Bank in der EU), bieten variable Zinsen, die die Bank kurzfristig ändern kann, und sind innert ein bis zwei Werktagen verfügbar. Viele Schweizer Sparkonten begrenzen gebührenfreie Bezüge auf CHF 50'000 pro Kalenderjahr — darüber fallen 1–2% Gebühr an.
Die Zinsen sind steuerpflichtig — in der Schweiz beim ordentlichen Einkommen, in Deutschland mit 25% Abgeltungsteuer plus Soli. Da die Zinsen meist hinter der Inflation zurückbleiben, ist das Sparkonto der richtige Ort für den Notgroschen (drei bis sechs Monate Lebenskosten), aber ein schlechter Vermögensaufbau.
Vergleichen Sie Sparkonten auf drei Achsen: Zinssatz, Bezugslimiten und wie transparent die Bank mit Zinsänderungen umgeht. Eine «Promo» die nach sechs Monaten 80% verliert ist schlechter als ein stabiler 1,2%-Satz. Online-Banken und Neobanken zahlen typisch 0,5–1,0 Prozentpunkte mehr als Filialbanken, weil ihre Kostenstruktur tiefer ist.
Eine Sparerin legt CHF 30'000 auf ein Migros-Bank-Sparkonto mit 1,25% Zins. Über ein Jahr verdient sie CHF 375 Zinsen, die sie in der Steuererklärung deklariert. Bei 1,5% Inflation liegt der reale Ertrag bei rund –0,25%.