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Was ist Leerverkauf (Short Selling)?

Leerverkauf profitiert von fallenden Kursen: Aktien werden vom Broker geliehen, sofort verkauft und später günstiger zurückgekauft und an den Verleiher zurückgegeben — das Gegenstück zum klassischen Long.

Shorts zahlen Leihgebühr und Dividenden während der Leihe. Max. Gewinn 100% (Kurs auf 0); max. Verlust theoretisch unendlich. Daher Margin, harte Leihverfügbarkeit, ggf. Forced-Buy-to-Cover beim Rückruf.

Wichtige Rolle für Preisbildung und Betrugsaufdeckung. Hindenburg, Muddy Waters und Citron deckten Wirecard, Luckin Coffee und Adani auf. FINMA und EU verlangen Offenlegung von Nettoshorts ≥0,5% des ausgegebenen Kapitals.

Retail nur mit grosser Vorsicht. Risikoprofil (unbegrenztes Downside, gedeckeltes Upside, laufende Kosten) ist invers zur Long-Anlage und fordert engeres Risikomanagement. Meiste Retail-«Shorts» nutzen Puts oder Inverse-ETFs als gedeckelte Alternativen.

Beispiel

Trader shortet 100 XYZ zu CHF 50 (CHF 5'000 Erlös), Leihgebühr 2% p.a. Drei Monate später Kurs CHF 35: Cover für CHF 3'500. Gewinn CHF 1'500 − CHF 25 = CHF 1'475 (29,5% auf Margin in 3 Monaten). Bei Anstieg auf CHF 80: Verlust CHF 3'000.

Verwandte Begriffe

Häufige Fragen

Leerverkauf in der CH erlaubt?+

Für regulierte Anleger ja; FINMA-Offenlegung ≥0,5%; temporäre Verbote in Stressphasen.

Short Squeeze?+

Schneller Kursanstieg zwingt Shorts zum Eindecken, beschleunigt Rally — GameStop 2021 klassisch.

Sichere Alternativen?+

Puts oder Inverse-ETFs deckeln Verlust auf Prämie/Einsatz.