Was die Säule 3a eigentlich ist
Das Schweizer Vorsorgesystem ruht auf drei Säulen: AHV/IV (staatlich, obligatorisch), berufliche Vorsorge BVG (für die meisten Angestellten obligatorisch) und private Säule 3 (freiwillig). Innerhalb der dritten Säule ist 3a steuerprivilegiert und gebunden, 3b ist frei verfügbar, aber ohne Steuervorteil. Wer in der Schweiz «3a machen» sagt, meint die Eröffnung eines 3a-Kontos bei einer Bank oder Versicherung und Einzahlung bis zum Jahresmaximum.
Das Geld auf einem 3a-Konto gehört Ihnen, kann aber nicht frei abgehoben werden. Im Gegenzug ist die volle Jahreseinzahlung vom steuerbaren Einkommen abziehbar, Kapitalgewinne und Zinsen fallen innerhalb der Hülle steuerfrei an, und die spätere Auszahlung wird einmalig zu einem reduzierten, vom übrigen Einkommen getrennten Satz besteuert.
Einzahlungslimiten 2026
Angestellte mit Pensionskasse (zweite Säule) dürfen 2026 bis CHF 7'258 einzahlen — eine leichte Erhöhung gegenüber CHF 7'056 im Jahr 2025. Stichtag ist der 31. Dezember jedes Jahres; verpasste Jahre lassen sich in der Regel nicht nachzahlen (eine Bundesrats-Vorlage zum Nachkauf läuft seit 2025 an, mit engen Bedingungen).
Selbstständigerwerbende ohne zweite Säule dürfen 2026 das tiefere von 20 % des Erwerbseinkommens und CHF 36'288 einzahlen. Das ist eine der grosszügigsten Steuerverschiebungen Europas und der wichtigste Grund, warum Selbstständige in der Schweiz ihre Buchhaltung im Griff haben sollten.
Wie viel Sie wirklich an Steuern sparen
Die Ersparnis ist der Einzahlungsbetrag multipliziert mit dem Grenzsteuersatz (Bund + Kanton + Gemeinde). Eine Person in Zürich mit CHF 100'000 Einkommen hat typischerweise 27–30 % Grenzsteuersatz; eine volle Einzahlung von CHF 7'258 spart also rund CHF 2'000 pro Jahr. Über 30 Jahre summiert sich das auf über CHF 60'000 — Geld, das sonst beim Staat gelandet wäre.
Bei der Auszahlung wird das Kapital separat zu einem reduzierten Vorsorgesatz besteuert, je nach Kanton und Bezugshöhe typisch 5–9 %. Nach dieser Austrittssteuer schlägt die effektive Nachsteuerrendite einer 3a in einer 60–80 %-Aktien-Lösung ein vergleichbares freies Depot historisch um 1,5–2,0 Prozentpunkte pro Jahr.
Bank vs. Versicherung — warum die Bank meist gewinnt
Bank-3a ist ein flexibles Konto: Sie zahlen jährlich beliebig viel bis zum Limit ein, wechseln den Anbieter jederzeit, kein Zwang zur Fortführung. Versicherungs-3a packt dieselbe Steuerhülle um eine Lebensversicherung, die Sie auf 20–30 Jahre an feste Prämien bindet und CHF 3'000–8'000 Provisionen einrechnet.
Ausser Sie brauchen explizit Risikoschutz, den Sie anderswo nicht günstiger erhalten, gewinnt die Bank-3a. Unter den Bank-Anbietern liegen App-basierte ETF-Lösungen — VIAC, Finpension, Frankly, True Wealth, Selma — mit Gesamtkosten von 0,40–0,60 % und bis zu ~99 % Aktienquote vorn. Kantonalbank-3a-Sparkonti zu 0,7 % Zins sind ab fünf Jahren mathematisch unterlegen.
So nutzen Sie die Säule 3a strategisch
Eröffnen Sie 3–5 Konten. Schweizer Steuerrecht erlaubt die gestaffelte Auszahlung über Folgejahre; CHF 250'000 verteilt auf fünf Konten und in fünf Jahren bezogen, bleiben in der tiefsten Austrittssteuer-Stufe. Ein einziges grosses Konto wird voll progressiv besteuert.
Investieren statt parkieren. Ein 30-jähriger Maximaleinzahler in einen 75 %-Aktien-3a-Fonds erreicht mit 65 ein Vermögen von CHF 600'000–800'000 in heutigem Geld — ein bedeutsames Polster zu AHV und BVG. Daueraufträge am 5. Januar setzen das Kapital ein ganzes Jahr lang dem Zinseszins aus.
Hinweise für Expats und Grenzgänger
Ausländische Personen mit B- oder C-Bewilligung sind ab Tag eins berechtigt, sofern sie Schweizer Einkommenssteuer entrichten. Grenzgänger (G-Bewilligung) mit Quellensteuer in der Schweiz sind in der Regel nicht berechtigt, weil ihre Steuerpflicht im Wohnsitzland liegt.
Endgültiger Wegzug ist einer der vier gesetzlichen Auszahlungsgründe. Bei Wegzug in ein EU/EFTA-Land bleibt nur der obligatorische BVG-Anteil auf einem Freizügigkeitskonto blockiert; die 3a kann ausgezahlt werden und wird zum Satz des Kantons besteuert, in dem die Vorsorgestiftung sitzt — Schwyz und Zug sind die bekannten Tiefststeuer-Standorte und sollten vor dem Wegzug strategisch gewählt werden.
Berechnen Sie Ihr 3a-Vermögen
Nutzen Sie den EuroCalc-Zinseszinsrechner. Geben Sie Startguthaben, CHF 605/Monat (das 2026er Maximum), 5 % langfristige Realrendite und Ihren Horizont ein. Vergleichen Sie das Resultat mit demselben Kapital in einem freien Depot, das jährlich 25–30 % der Erträge an Vermögens- und Einkommenssteuer abgibt — die Differenz fällt fast immer grösser aus als erwartet.
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Modellieren Sie 30 Jahre Maximal-Einzahlung mit dem EuroCalc-Zinseszinsrechner.
Zum Zinseszinsrechner →Häufige Fragen
Kann ich verpasste Jahre nachzahlen?+
Ab 2025 sind Nachkäufe für verpasste Jahre möglich, aber mit engen Bedingungen: nur Jahre ab 2025, Sie mussten in diesen Jahren einzahlungsberechtigt gewesen sein, und es gilt ein rollender Fünf-Jahres-Fenster. Vor 2025 verpasste Jahre bleiben verloren.
Lohnt sich 3a, wenn ich in 3 Jahren wegziehe?+
Oft ja. Der Steuerabzug heute, bei Wegzug ausserhalb EU/EFTA steuergünstige Auszahlung, und innerhalb EU/EFTA Übertrag auf ein Freizügigkeitskonto in einem Tiefststeuerkanton. Break-even meist nach einer Steuerperiode.
Bank und Versicherung kombinieren?+
Nur wenn Sie wirklich Risikoschutz brauchen und das Mischprodukt wettbewerbsfähig ist — meistens nicht. Für reine Vorsorge ist reine Bank-3a in der Regel optimal.
Darf ich 3a für Wohneigentum nutzen?+
Ja. Vorbezug oder Verpfändung zur Finanzierung oder Amortisation des selbstgenutzten Wohneigentums ist alle fünf Jahre möglich. Vorbezug löst die Austrittssteuer aus, das Kapital zählt aber als hartes Eigenkapital für die 20-%-Anforderung.
Was passiert mit der 3a im Todesfall vor Pensionierung?+
Bei Bank-3a tritt eine gesetzlich definierte Begünstigtenkaskade in Kraft — Ehegatte, dann Kinder, dann Eltern — und fällt in den meisten Kantonen nicht in den steuerbaren Nachlass. Bei Versicherungs-3a ist die Begünstigung in der Police namentlich festgelegt.
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