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Kaufen oder mieten in der Schweiz: Was lohnt sich 2026?

Die Schweiz hat mit rund 36 % eine der tiefsten Eigenheimquoten Europas — und das aus guten Gründen. Hohe Preise, strenge Hypothekenregeln, starker Mieterschutz und der Eigenmietwert halten das Mieten strukturell wettbewerbsfähig. Dieser Guide schlüsselt die Preise nach Stadt 2026 auf, erklärt die Hypothekenregeln, beleuchtet den Mietmarkt, vergleicht mit echten Zahlen und liefert Urteile pro Lebenslage.

Schweizer Immobilienpreise 2026

Nach 18 Monaten leichter Abkühlung 2023–24 stabilisierten sich die Preise 2025 und stiegen Anfang 2026 wieder leicht. Nationaler Median Einfamilienhaus (4,5 Zimmer): rund CHF 1,30 Mio. Eigentumswohnungen (3,5 Zimmer): rund CHF 870'000. Die Mittelwerte verbergen riesige regionale Unterschiede: 4,5-Zimmer in Zürich um CHF 1,65 Mio., vergleichbar im Jura unter CHF 600'000.

Das Preis-Miet-Verhältnis ist die nützlichste Einzelzahl, um einen Markt zu bewerten. Faustregel: 22–28 ist gesund (Preis = 22–28 Jahresmieten). Über 30 schlägt Mieten mathematisch; unter 18 gewinnt Kauf selbst kurzfristig. Zürich/Genf liegen aktuell bei 32–35; Basel, Bern, Lausanne 26–30; Aargau, St. Gallen, Tessin 18–24.

Die drei Schweizer Hypothekenregeln

Erstens die Belehnungsgrenze: Banken finanzieren max. 80 % des Liegenschaftswerts. CHF 1 Mio. verlangt CHF 200'000 Eigenkapital. Davon CHF 100'000 «hart» — eigene Ersparnisse oder Säule 3a — kein Pensionskassen-Vorbezug. Die zweite Säule darf die restlichen CHF 100'000 stellen, kürzt aber die BVG-Rente dauerhaft.

Zweitens die Tragbarkeit: Fiktive 5 % Zins plus 1 % Unterhalt plus 1 % Amortisation, total 7 % des Liegenschaftswerts pro Jahr, dürfen ein Drittel des Bruttohaushaltseinkommens nicht überschreiten. Diese Regel — nicht der reale Zins — erklärt, warum selbst Gutverdienende manchmal abgelehnt werden.

Drittens die Amortisation: Der Hypothekenanteil über 65 % LTV muss in 15 Jahren oder bis zur Pensionierung zurückgezahlt werden. Darunter wird in der Schweiz fast nie voll amortisiert, weil Schuldzinsen abziehbar bleiben.

Zinsen 2026

10-Jahres-Fest aktuell 1,6–2,1 % je nach Bank und Belehnung. 5-Jahres-Fest 1,4–1,7 %. Saron (variabel, am Referenzzins) bei rund 1,5 % Anfang 2026 und folgt dem SNB-Leitzins.

20-Jahres-Fest kostet etwa 50 Basispunkte mehr als 10 Jahre und sichert Planungssicherheit. Viele Schweizer splitten: Hälfte Saron, Hälfte 10-Jahres-Fest. Den 5-%-Tragbarkeitstest immer zuerst prüfen — wer ihn nicht besteht, bekommt gar keine Hypothek.

Der Mietmarkt

Die Leerwohnungsziffer ist tief — 1,1 % national im Jahr 2025, klar unter den 2 % «ausgewogen». Stadt Zürich 0,07 %, Genf 0,5 %, Basel 0,4 %. Neue Mietverträge in Innenstädten ziehen 50+ Bewerber an. Der Markt ist die versteckte Steuer der Mieter: Wohnungssuche dauert 3–6 Monate, und viele Vermieter verlangen drei Monatsmieten Kaution plus eine Bescheinigung des Vorvermieters.

Auf der Habenseite ist das Mietrecht stark. Erhöhungen sind an den Referenzzins gekoppelt; jede Erhöhung muss begründet sein; Kündigungsfristen sind in der Regel drei Monate mit Schutzfrist nach jedem Wechsel. Wer bereits eine Wohnung hat und stabil verdient, geniesst aussergewöhnliche Stabilität.

Echte Zahlen im Vergleich

Zürich-Beispiel: 4,5-Zimmer-Wohnung zu CHF 1'000'000 vs. vergleichbare Miete CHF 3'200. Käufer mit 20 % Eigenkapital, 1,8 % auf CHF 800'000 Hypothek: CHF 1'200 Zins + CHF 670 Unterhalt + CHF 800 Amortisation = ~CHF 2'670 monatlicher Cashflow. CHF 670 Opportunitätskosten auf das Eigenkapital bei 4 % Aktien = ~CHF 3'340 effektive Kosten. Steuer: rund +CHF 120 aus Eigenmietwert nach Abzügen. Effektive Nettokosten ~CHF 3'460.

Über 25 Jahre mit 2 % Wertsteigerung pro Jahr: Liegenschaft wert CHF 1,64 Mio., Resthypothek ~CHF 650'000, Eigenkapital des Käufers CHF 990'000. Mieter, der Eigenkapital plus ~CHF 200 monatliche Differenz zu 4 % anlegt, kommt auf ~CHF 720'000. Vorteil Käufer ~CHF 270'000 — nur wenn er den vollen Horizont bleibt. Verkauf nach sieben Jahren: 5 % Transaktionskosten löschen den Vorteil fast komplett.

Urteile pro Lebenslage

Junger mobiler Single-Verdiener — mieten. Selbst in günstigen Regionen ist die Flexibilität mehr wert als der schmale Eigenkapitalaufbau über 3–5 Jahre. Paar mit stabilem Einkommen und 15+ Jahren Horizont — kaufen in Regionen mit Preis-Miet-Verhältnis unter 28. Familie mit Kindern im Schulkreis — kaufen, wenn Tragbarkeit besteht und 10+ Jahre Aufenthalt realistisch sind.

Selbstständig ohne BVG — vorsichtig: Banken schneiden das Einkommen um 20–30 %. Zwei saubere Abschlüsse zuerst. Vor der Pensionierung — nur kaufen, wenn die Amortisation auf 65 % LTV aus Privatvermögen sicher ist; mit Renteneinkommen versagt der Stresstest oft.

Rechnen Sie nach

Geben Sie Ihr Szenario in den EuroCalc-Hypothekenrechner ein: Kaufpreis, Eigenkapital, Bankzins, 25 Jahre. Vergleichen Sie mit ähnlichen Mietobjekten auf Homegate oder ImmoScout24. Liegt der Kauf innerhalb CHF 500/Monat über der Miete, gewinnt langfristig fast immer der Kauf — sofern Sie mindestens sieben Jahre bleiben.

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Häufige Fragen

Kann ich die ganze Anzahlung aus der Pensionskasse nehmen?+

Nein. Mindestens 10 % des Kaufpreises müssen aus anderen Quellen als der zweiten Säule kommen — typisch Ersparnisse oder Säule 3a. Ein Vorbezug kürzt zudem dauerhaft die BVG-Rente und löst eine einmalige Steuer aus.

Was, wenn die Zinsen stark steigen?+

Die meisten Schweizer halten 5–10-Jahres-Festhypotheken, der Effekt ist verzögert. Bei Refinanzierung können die Raten deutlich steigen — genau deshalb wird die Tragbarkeit zu 5 % geprüft.

Wird der Eigenmietwert abgeschafft?+

Im Parlament seit Jahren diskutiert, 2024 wurde eine Volksabstimmung angesetzt. 2026 ist er noch in Kraft. Eine Abschaffung würde auch Zins- und Unterhaltsabzüge streichen; der Nettoeffekt ist nicht für alle positiv.

Können Ausländer in der Schweiz kaufen?+

B-Bewilligte mit Wohnsitz in der Schweiz dürfen eine selbstbewohnte Liegenschaft zu denselben Regeln wie Schweizer kaufen. Nicht-Ansässige sind durch die Lex Koller weitgehend ausgeschlossen, ausser in Tourismuszonen.

Was kostet der Kauf zusätzlich zum Preis?+

Notar ~0,1–0,3 %, Grundbuch ~0,1–0,3 %, Handänderungssteuer 1–3 % je Kanton, Schuldbrieferrichtung ~0,1 %. Rechnen Sie mit 3–5 % einmaligen Transaktionskosten zusätzlich zum Eigenkapital.

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