In der Schweiz ist es die SNB, im Euroraum die EZB, in Grossbritannien die Bank of England, in den USA die Fed. Alle agieren unabhängig vom Staat — eine Schutzkonstruktion gegen politisch motivierte Inflationspolitik. Primärmandat ist Preisstabilität, meist 2% Inflation pro Jahr.
Wichtigstes Instrument ist der Leitzins. Höher = teurere Kredite, weniger Konsum, weniger Inflation. Tiefer = umgekehrt. In Krisen (2008, 2020) kaufen Zentralbanken Anleihen («Quantitative Easing»), um Kreditflüsse zu erhalten. Die SNB hielt 2011–2015 einen EUR/CHF-Boden bei 1,20.
Für Haushalte zeigt sich die Zentralbank in steigenden Hypothekarzinsen nach Zinserhöhungen, mit Verzögerung in Sparkonto-Zinsen sowie in der Inflation, die Bargeld entwertet. Wer eine Festhypothek abschliesst oder Sparvermögen langfristig anlegt, sollte SNB- und EZB-Sitzungen verfolgen.
Im Juni 2024 senkt die SNB den Leitzins von 1,50% auf 1,25%. Innert dreier Monate fallen Schweizer SARON-Hypotheken von ca. 2,0% auf 1,75%. Eine CHF-600'000-SARON-Hypothek spart CHF 1'500 Zinsen pro Jahr.