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Was ist Mindestreserve-Banking?

Mindestreserve- oder Teilreserve-Banking ist das System, in dem Geschäftsbanken nur einen Bruchteil der Kundeneinlagen als Reserve halten und den Rest weiterverleihen — wodurch mit jedem neuen Kredit neues Geld entsteht.

Legen Sie CHF 1'000 ein, muss die Bank nur einen kleinen Prozentsatz als Reserve halten (Basel-III-Liquiditätsregeln) und kann CHF 950 weiterverleihen. Der Kreditnehmer zahlt damit, das Geld landet wieder als Einlage bei einer Bank, die wieder verleiht — Geldschöpfungseffekt. Deshalb ist die Geldmenge M2/M3 deutlich grösser als die Notenbankgeldmenge.

Vorteil: Kredit kann an Unternehmen und Haushalte fliessen, was Wachstum trägt. Nachteil: Fragilität — wenn alle gleichzeitig Bargeld wollen, kann die Bank nicht bedienen. Einlagensicherung, Lender of Last Resort und Basel III sind genau dafür da.

Praktisch heisst das: Guthaben innerhalb der Einlagengrenze halten, grössere Summen über Banken diversifizieren, Banken mit starker CET1-Quote (über 14% beruhigt) und konservativem Kreditbuch bevorzugen. UBS, ZKB und PostFinance gelten als systemrelevant.

Beispiel

Kunde A legt CHF 10'000 bei Bank A ein. Bank A hält CHF 500 Reserve, verleiht CHF 9'500 an Kunde B. B zahlt C, der CHF 9'500 bei Bank B einzahlt. Bank B hält CHF 475, verleiht CHF 9'025. Über mehrere Runden trägt das Ursprungsdepot Einlagen und Kredite von ca. CHF 100'000.

Verwandte Begriffe

Häufige Fragen

Wie kann die Bank mein Geld verleihen — ist es nicht meins?+

Rechtlich ist eine Einlage ein Kredit von Ihnen an die Bank; die Bank schuldet Ihnen den Betrag auf Sicht, nutzt ihn in der Zwischenzeit.

Was verhindert einen Bank Run?+

Einlagensicherung, Notliquidität der Zentralbank und Basel-III-Kapital- und Liquiditätsquoten.

Gibt es Alternativen?+

Vollgeld/100%-Money-Vorschläge existieren (Schweiz lehnte 2018 mit 76% ab), kein grosses Land setzt sie um.