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Was ist Verrechnungspreise?

Verrechnungspreise sind die Regeln, die Preise zwischen verbundenen Unternehmen eines multinationalen Konzerns für Waren, Dienstleistungen, Immaterielle und Finanzierung festlegen — sie müssen dem Fremdvergleichsgrundsatz entsprechen ('arm's length').

Ohne Verrechnungspreisregeln könnten Multinationals nach Belieben Gewinne in Niedrigsteuerländer verlagern. OECD-Verrechnungspreisrichtlinien (Stand 2022) schreiben fünf Methoden vor: vergleichbarer Marktpreis, Wiederverkaufspreis, Cost Plus, transaktionsbezogene Nettomarge (TNMM), Gewinnaufteilung.

Dokumentation Pflicht: Master File (globales Geschäft und Verrechnungspreispolitik), Local File (länderspezifische Transaktionen), Country-by-Country Reporting für Konzerne über EUR 750 Mio. Umsatz.

Streitigkeiten häufig und teuer. Advance Pricing Agreements (APAs) — bilaterale oder unilaterale Vorabrulings mit Steuerbehörden — können Methoden 3–5 Jahre festschreiben und spätere Korrekturen verhindern. Strafen für nicht-fremdübliche Preise: meist Nachsteuer plus 10–40 % Zuschlag.

Beispiel

Deutsche Mutter verkauft Fertigware an italienische Tochter für EUR 80/Stück. TNMM-Analyse vergleicht IT-Distributormarge mit unabhängigen Distributoren bei 3,5 %. Preis wird angepasst, dass die italienische Tochter 3,0–4,0 % verdient — Gewinnverlagerung vermieden.

Verwandte Begriffe

Häufige Fragen

Gelten Verrechnungspreise nur für Großkonzerne?+

Nein — jede grenzüberschreitende verbundene Transaktion unterliegt Arm's-length-Regeln, Dokumentation skaliert mit Größe.

Was ist der Fremdvergleichsgrundsatz?+

Preise zwischen verbundenen Parteien müssen dem entsprechen, was unabhängige Parteien vereinbart hätten.

Was ist CbCR?+

Country-by-Country Reporting für Konzerne ab EUR 750 Mio. Umsatz; Umsatz, Gewinn, Steuer je Land.